Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Meißenheim



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Historische Spritzen der Freiwilligen Feuerwehr Meißenheim

Geschichte Abteilung Meißenheim:

Die Freiwillige Feuerwehr Meißenheim, wie sie in der heutigen Form existiert, geht auf das Jahr 1866 zurück. Damals wurden die Gemeinden des Großherzogtums Baden von der Regierung angewiesen, freiwillige Feuerwehren zu gründen.
Die Meißenheimer Feuerwehr wurde daraufhin im Jahre 1872 mit einer Stärke von 20 Mann als eine der ersten im ehemaligen Landkreis Lahr gegründet. Beim 25-jährigen „Stiftungsfest“ im Jahr 1897 wurde die erste Feuerwehrfahne eingeweiht und die Kameraden präsentierten sich zum ersten Mal in einer einheitlichen Uniform, die sie teilweise selbst bezahlt haben. Zu dieser Zeit erfolgte die Einsatzalarmierung noch durch das Läuten der Kirchenglocken.
Während der beiden Weltkriege erlebte Meißenheim die größten Brandkatastrophen der Dorfgeschichte, was die Feuerwehr vor erhebliche Herausforderungen stellte, da die örtliche Wasserversorgung kaum ausgebaut war und sich viele Wehrmänner im Krieg befanden.
Eine neue Ära begann im Jahre 1969. Anlässlich des 2. Meißenheimer Heimattages am 20. Juli 1969 konnte die Feuerwehr unter der Leitung von Bürgermeister Ernst Löffel und Kommandant Emil Huser ein neues Fahrzeug in Empfang nehmen. Der neue MERCEDES LF 8 war ein Meilenstein in der Entwicklung der Feuerwehr und sollte bis ins Jahr 2009 hinein 40 Jahre lang seinen Dienst tun. Darüber hinaus wurde in den 1960er Jahren weitere Grundlagen für die Arbeit der Feuerwehr geschaffen, wie z.B. die Einrichtung von Hydranten oder das Alarmierungssystem über Sirenen.
Im Laufe der letzten vierzig Jahren hat sich das Aufgabenfeld der Feuerwehren wesentlich verändert. Während früher ausschließlich der Brandschutz im Vordergrund stand, kommen heutzutage immer mehr Einsätze im Straßenverkehr und der technischen Hilfeleistung hinzu. Aufgrund dieser Entwicklung wurde im Jahr 1994 ein weiteres Löschfahrzeug in Betrieb genommen. Mit dem IVECO LF 8/6 bekam die Meißenheimer Feuerwehr unter dem damaligen Kommandanten Georg Fischer ein Feuerwehrfahrzeug, das neben einer Ausrüstung zur Brandbekämpfung auch mit einem Rettungsspreitzgerät zur technischen Hilfeleistung bei Unfällen ausgestattet ist. In 2010 wurde der MERCEDES LF 8 durch ein mit modernster Feuerwehrtechnik ausgestattetes Fahrzeug des Typs Gerätewagen - Logistik (GW-L) ersetzt. Dieses Fahrzeug vervollständigt die technische und logistische Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Meißenheim und bildet die Grundlage für effiziente Einsätze bei Bränden, Unfällen und anderen Schadensereignissen. Das neue Fahrzeug ist modular aufgebaut und kann ja nach Bedarf mit wenigen Handgriffen für den Einsatz bei Löscheinsätzen oder Unfällen umgerüstet werden.
Neben einer schlagkräftigen technischen Ausrüstung legt man in Meißenheim großen Wert auf die Ausbildung der Feuerwehrangehörigen.
Neben den Pflichtlehrgängen zur Ausbildung (Truppmann / Truppführer) hat die Teilnahme an Leistungsabzeichen in der Meißenheimer Feuerwehr eine lange und erfolgreiche Tradition. Die Vorbereitungen für diese Prüfungen und die regelmäßigen Proben legen den Grundstein für ein erfolgreiches und routiniertes Handeln im Ernstfall. Immer mehr an Bedeutung gewinnt das Arbeiten unter Atemschutz. Auch dieser Tatsache verschließt sich die Feuerwehr nicht und ist bestrebt durch eine fundierte Ausbildung und eine gute technische Ausrüstung die Kameraden auf Ihre Einsätze vorzubereiten.
Weiterhin werden immer wieder Feuerwehrangehörige an die Landesfeuerwehrschule in Bruchsal entsandt, um sich dort entsprechend aus- und weiter zu bilden.
Neben der technischen Ausrüstung und der Ausbildung der Kameraden, spielt auch die enge Kooperation mit der Abteilungswehr Kürzell, dem DRK-Ortverein Meißenheim-Schwanau und der Feuerwehr Neuried eine wichtige Rolle bei Schadensereignissen. Durch diese Zusammenarbeit wird die Leistungsfähigkeit aller beteiligten Partner deutlich erhöht.
Die Meißenheimer Feuerwehr ist nicht nur in Sachen Brandschutz und technische Hilfeleistung engagiert, auch im Vereinsleben ist man fest integriert. So veranstaltet die Feuerwehr das alljährliche, über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte Schnitzelessen am 1.Mai an der Schollenhütte und ist regelmäßiger Teilnehmer an verschiedenen Vereinsturnieren der örtlichen Vereine.
Die Feuerwehr von Heute versteht sich als kompetenter Dienstleister für die ganze Bevölkerung, der in allen Bereichen der Feuerbekämpfung und technischen Hilfeleistung jederzeit zur Verfügung steht. Treffender könnte das Motto „Die Feuerwehr 365xmal im Jahr eine heiße Truppe - Tag und Nacht" unser Dienstleistungsverständnis für die Bevölkerung von Meißenheim und Kürzell nicht ausdrücken.
von Thorsten Kern

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Das im Jahr 2009 ausgemusterte LF 8 der Abteilung Meißenheim

Geschichte der Abteilung Kürzell:

Nachdem in Jahre 1935 in kurzer Zeit zwei Brände ausgebrochen waren, durch die erheblicher Sachschaden entstanden war, wurde in der Kürzeller Einwohnerschaft der dringende Wunsch laut, eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen. Von Bürgermeister Hermann Kopf wurde deshalb am 04. Oktober 1935 eine Versammlung für alle jüngeren, über 20 Jahre alten Männer auf das Rathaus einberufen. Der damalige Kreisfeuerwehrführer Kress aus Lahr hielt nach einleitenden Worten von Bürgermeister Kopf einen Vortrag über Sinn und Zweck der Feuerwehr im Allgemeinen. Anschließend an den begeistert aufgenommenen Vortrag wurde eine Liste ausgelegt, in die sich über 70 Mann zum freiwilligen Eintritt in die Wehr eintrugen.
Von Bürgermeister Kopf wurde dann der Landwirt Julius Maurer zum ersten Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kürzell ernannt. Dieser nahm seine Berufung an mit der Bedingung, dass sich jeder freiwillig unterordne, da er auf strenge Disziplin achte. Zu seinem Stellvertreter wurde Norbert Kopf, Metzgermeister, bestimmt; ferner Karl Heß, Schreinermeister, als Adjutant, Hermann Ehret, Valentin Wurth, Maurermeister, Franz Geppert, Zimmerermeister, als Gruppenführer und Obmänner. Als Schriftführer und Kassenwart fungierte Lukas Berblinger. Bereits in den folgenden Wochen wurden die regelmäßigen Proben, die stets am Samstagabend um 20.00 Uhr begannen, aufgenommen.
Im Monat März 1936 wurde von der Stadt Lahr durch die Gemeinde Kürzell eine abgängige Spritze zum Preis von 450,-- Mark erworben, so dass der Kürzeller Wehr bereits zwei Spritzen zur Verfügung standen.
Während dieser Zeit belegten die Verantwortlichen der Wehr einen Feuerwehrkurs in Lahr unter Kreiswehrführer Kress, bei dem sie zwei Monate lang jeweils am Montagabend für Führungsaufgaben geschult wurden.
In einer Sitzung des sogenannten Führerrates am 09. September 1936, abends um 20.00 Uhr im Rathaus, wurde die Einteilung der Wehr und die Nominierung der Verantwortlichen vollzogen. Die Wehr wurde eingeteilt in eineinhalb Löschzüge mit drei Gruppen. An der Spitze der Wehr stand der Wehrführer im Rang eines Brandmeisters. Ihm zur Seite standen fünf Löschmeister und acht Oberfeuerwehrmänner. Es waren dies: Wehrführer Julius Maurer, die Löschmeister Karl Hess, Norbert Kopf, Valentin Wurth, Franz Geppert und Hermann Weber, sowie die Oberfeuerwehrmänner Hermann Ehret, Hermann Schmid, Georg Roll, Lukas Berblinger, Albert Kunz, Eduard Kopf, Friedrich Leuthner und Hans Klotz. Die erste Übung der neugegründeten Feuerwehr fand am Sonntagnachmittag des 17. Januar 1937 um 16.00 Uhr auf der Kirchmatt statt. Neben vielen Einwohnern hatten sich auch mehrere Vertreter auswärtiger Wehren in Kürzell eingefunden. Unter den kritischen Augen des damaligen Landrat Strack und Kreiswehrführer Kress zeigten die jungen Kürzeller Feuerwehrleute bereits ein beachtliches Können beim Fuß- und Geräteexerzieren. Dazu bot die Wehr in ihrer neuen Uniform ein gutes Gesamtbild. Auch die anschließende Brandübung klappte bestens. Dass die mühevolle Aufbauarbeit von Wehrführer Julius Maurer in verhältnismäßig kurzer Zeit ein solch gutes Ergebnis brachte, wurde bei der anschließenden Manöverkritik in der „Linde“ von Landrat Strack ebenso wie von Kreiswehrführer Kress sehr lobenswert bestätigt. Auch Bürgermeister Hermann Kopf, der sich recht stark für die Schaffung einer Wehr im Ort eingesetzt hatte, fand seine Aufbauarbeit bestätigt, wofür er Wehrführer Maurer und den Wehrmännern seinen Dank aussprach. Ihren ersten Einsatz und damit ihre gleichzeitige Feuertaufe hatte die junge Wehr am Abend des 21. Februar 1937 zu bestehen. In der Scheune des Anwesens von Albert Rheinberger in der äußeren Hauptstraße war ein Brand ausgebrochen, der infolge des herrschenden Süd-Ost-Windes sich auf das Nachbargebäude von Landwirt August Kopf auszuweiten drohte. Die Wehr bekämpfte mit zwei Spritzen und vier Schlauchleitungen den Brand ganz energisch. Nach nahezu 2 ½ stündigem Einsatz konnte der Brandherd eingedämmt werden.
Am 26. September 1937 beteiligte sich die Kürzeller Wehr am Bezirkswettkampf in Lahr. Dabei konnte sie mit 290 Punkten die höchste Punktzahl der teilnehmenden jungen Wehren erreichen. Um für Ernstfälle gut gewappnet zu sein, wurden allein im Februar und März 1938 innerhalb vier Wochen vier Brandübungen durchgeführt. Laut Protokollbericht der Jahreshauptversammlung am 18. April 1938 standen der Kürzeller Wehr damals folgende Löschgerätschaften zur Verfügung:
  • 1 Saug- und Druckspritze
  • 1 Druckspritze
  • 1 Auszugsleiter
  • 2 Schlauchwagen mit 375 Meter neuen Schläuchen
  • 1 tragbarer Benzinscheinwerfer
  • 4 elektrische Batterielampen
Die letzte Jahreshauptversammlung vor Ausbruch des 2.Weltkrieges fand am 23. April 1939 in der „Sonne“ statt.

Während des Krieges gab es eine Damen-Feuerwehr

Nachdem nach Kriegsbeginn im September 1939 die meisten Feuerwehrmänner zu den Waffen gerufen wurden, stellte Wehrführer Julius Maurer im Jahre 1942 eine weibliche Feuerwehrtruppe zusammen. In wöchentlichen Proben und vielen Übungen wurden die jungen Mädchen von ihm nicht nur an den Geräten ausgebildet, sondern mussten ganz exakt auch das Exerzieren lernen. Vom Einsatz bei Ernstfällen blieben die Mädchen verschont.
Nach Kriegsende wurde am 29. Dezember 1945 vom damaligen Bürgermeister Max Gassmann eine Versammlung auf dem Rathaus einberufen. In ihr mussten zunächst ein neuer Kommandant und dessen Stellvertreter gewählt werden. Dabei wurden Zimmermeister Franz Geppert als neuer Wehrführer und Blechnermeister Hugo Feindel als dessen Stellvertreter gewählt.
In einer weiteren Versammlung eine Woche später am 05. Januar 1946 erfolgte dann die Wiederaufstellung einer Wehr, die Einteilung der Gruppen sowie die Festlegung des Dienstplans. Als Gruppenführer wurden bestimmt: Hermann Schmid, Franz Schüle, Friedrich Leuthner, Albert Kunz und Johann Rheinberger. Die Proben fanden nun jeweils gruppenweise statt.
Am 01. August 1948 trat an Stelle des bisherigen Kommandanten Franz Geppert nunmehr Franz Schüle als neuer Wehrführer. Nachdem dieser im Jahre 1950 von Friedrich Leuthner abgelöst wurde, übernahm am 11. November 1950 Hermann Schmid den Posten des Kommandanten. Als dieser im Juli 1953 nach schwerer Krankheit starb, wurde Wilhelm Maurer zum neuen Kommandanten bestimmt. Als Nachfolger für den seit der Gründung 1935 amtierenden Schrift- und Kassenwart Lukas Berblinger wurde nach dessen Wegzug Ende September 1952 Franz Bähr gewählt. Nach achtjähriger Tätigkeit als Kommandant stellte Wilhelm Maurer sein Amt zur Verfügung. Als neuer Kommandant für die nächsten vier Jahre wurde im April 1961 Adalbert Leuthner gewählt, sein Stellvertreter blieb Anton Dinger. Nachdem Adalbert Leuthner nach Ablauf seiner vierjährigen Amtszeit nicht mehr kandidierte, wurde bei der Jahreshauptversammlung Ende Januar 1965 Johann Maurer zum neuen Kommandanten gewählt. Inzwischen hatten sich die Kürzeller Feuerwehrleute durch intensive Proben auf Wettkampfübungen gut vorbereitet. So konnte die 1. Gruppe beim Kreisfeuerwehrtag in Grafenhausen am 20. August 1966 das Leistungsabzeichen in Bronze erringen.
Um den neuen Kommandanten Johann Maurer hatte sich inzwischen ein tatkräftiger Ausschuss gebildet, der es als wichtige Aufgabe sah, nicht nur die Schlagkraft der Wehr zu verbessern, sondern auch auf kameradschaftlicher und geselliger Basis durch vielfältige Aktivitäten zur Verbesserung der finanziellen Lage einiges zu leisten. Diesem Ausschuss gehörten an: Anton Dinger, Franz Bähr, Hermann Kürz, Wilhelm Hahn, Markus Eberle, Ernst Geppert, Eugen Böhm, Hans Wingert und Ferdinand Billian.
Einen größeren Ernsteinsatz hatte die Wehr am 04. Oktober 1966, als nachmittags im Anwesen von Fritz Weber ein Brand ausbrach. Mit der Unterstützung der Flughafenfeuerwehr der kanadischen Streitkräfte und einer Wehr aus Lahr gelang es schließlich, noch größeren Schaden zu verhindern.
Einen weiteren Großbrand zu bekämpfen galt es für die Kürzeller Wehr am 12. Februar 1968 im Anwesen Engel in der Oberdorfstraße. Zusammen mit der Stützpunktwehr Ichenheim gelang es, den in den Ökonomiegebäuden sich rasch ausbreitenden Brand auf diesen Komplex zu beschränken und das angrenzende Wohnhaus zu retten.
Ein bedeutsames Ereignis für die Kürzeller Wehr bedeutete die Übergabe eines neuen Löschfahrzeuges vom Typ LF8 am 4. Oktober 1969 durch Bürgermeister Robert Kopf, im Beisein von Kreisbrandmeister Sieferle, denen Kommandant Johann Maurer für ihren Einsatz zur Anschaffung dieses modernen Fahrzeuges besonders dankte. Im Anschluss an die Übergabe fand im Rahmen einer Übung der Wehr die Vorführung des neuen Löschfahrzeuges für die Allgemeinheit statt.

Gründung einer Jugendfeuerwehr

Eine wichtige Einrichtung wurde Anfang 1970 mit der Gründung einer Jugendfeuerwehr vollzogen, wie sich im Laufe der Zeit sehr deutlich herausstellte. Die zunächst 12 Mann starke Abteilung wurde betreut von Hermann Kürz als Jugendleiter und Anton Dinger als dessen Stellvertreter.  
Zwei größere Ernsteinsätze innerhalb kurzer Zeit hatte die Kürzeller Wehr bei zwei Bränden in der Jägerstraße im September und Dezember des Jahres 1971 zu bewältigen. Hier konnte mit der Unterstützung auswärtiger Wehren der ausgebrochene Brand in den Ökonomiegebäuden von den jeweiligen Wohnhäusern ferngehalten werden.

Zusammenschluss der Wehren von Meißenheim und Kürzell

Nach dem Zusammenschluss der beiden Orte Meißenheim und Kürzell im Zuge der Gemeindereform ab 01.Januar 1972 entwickelte sich im Laufe der Jahre eine fruchtbare und gedeihliche Zusammenarbeit, sowohl als Gesamtwehr Meißenheim / Kürzell, als auch als jeweils selbständig gebliebene Abteilungsfeuerwehr. Der Zusammenschluss zur Gesamtwehr erfolgte am 18. Oktober 1975 unter Bürgermeister Herbert Reith. Dazu zählte auch die gute Zusammenarbeit mit der Rot-Kreuz-Gruppe Meißenheim. Durch die gemeinsamen Übungen in den folgenden Jahren konnte ein gutes Zusammenarbeiten- und wirken erreicht werden. Dies zeigte sich bereits beim ersten gemeinsamen Einsatz am 2. März 1974 beim Ausbruch eines Brandes in der Südendstraße des Anwesens Heitzmann, wo durch den gemeinsamen raschen Einsatz Schlimmeres verhindert wurde.
Das 40-jährige Bestehen der Kürzeller Wehr wurde am 5.April 1975 in der neuen Festhalle mit einem festlichen Abend gefeiert. Neben der Ehrung einiger Gründungsmitglieder und verdienter Feuerwehrkameraden wurde den Besuchern ein unterhaltsames Programm geboten.
Mit ihrem neuen Jugendleiter Klaus Heimburger konnte die Jugendfeuerwehr am 5. Juli 1975 bei den Wettkämpfen beim 100-jährigen Feuerwehrfest in Appenweier die Leistungsspange in Bronze erringen.
Erfolgreich zeigte sich in dieser Zeit die 1. Gruppe unter Ernst Feindel, die am 21. Januar 1975 in Ichenheim das bronzene, am 14. Mai 1977 in Oppenau das silberne und am 7. Oktober 1978 in Sand das goldene Leistungsabzeichen errang.  Auch eine junge Gruppe unter Meinrad Kopf zeigte sich am 23.Oktober 1981 in Oberkirch erfolgreich und konnte das Leistungsabzeichen in Gold erringen. Dazwischen lagen in Jahr 1977 innerhalb von sieben Wochen zwei Einsätze bei Großbränden im hiesigen Ortsteil. Zusammen mit den Feuerwehrkameraden aus Meißenheim konnten die ausgebrochenen Brände in den Ökonomiegebäuden der Anwesen Franz Kopf (am 4. August) und Kurt Heimburger (am 24. September) von den unmittelbar angrenzenden Wohnhäusern ferngehalten werden. Auch das Vieh konnte jeweils gerettet werden, doch war der Schaden, vor allem durch den Verlust der kurz zuvor eingefahrenen Futtervorräte, beträchtlich.
Bei der Jahreshauptversammlung am 23. Januar 1981 vollzog sich bei der Wehr ein Kommandowechsel. Nach sechzehnjähriger Amtszeit trat Abteilungswehrführer Johann Maurer von seinem Posten ab und übergab diesen an seinen bisherigen Stellvertreter Ferdinand Billian. Neuer stellvertretender Kommandant wurde Rainer Feindel. Im Auftrag des Kreisfeuerwehrverbandes überreichte Bürgermeister Herbert Reith an den scheidenden Kommandanten Maurer die Ernennungsurkunde zum Ehrenkommandanten.
Zu einem größeren Einsatz musste die Kürzeller Wehr am 12. November 1982 ausrücken,  zum Wohnhausbrand von Wilhelm Wagner in der Westendstraße; dieser Einsatz erfolgte zusammen mit der Meißenheimer Wehr und der Stützpunktwehr Ichenheim. Ein weiterer Brand in Kürzell musste am 8. Februar 1985 bei der Firma Mewa-Textilservice gelöscht werden, wo die Kürzeller zusammen mit der Meißenheimer Wehr das Feuer nach einer etwa einstündigen Bekämpfung unter Kontolle brachte.

50 jähriges Jubiläum und Einweihung des neuen Gerätehauses

Verbunden mit den Festlichkeiten des 50-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Kürzell vom 5. bis 7. Juli 1985 konnte die Einweihung des neuen Gerätehauses gefeiert werden. Mit 3000 Helferstunden wurde von den Feuerwehrkameraden ein beachtenswerter Beitrag zu diesem Projekt geleistet, dessen Gesamtkosten 160.000 Mark betrugen.
Beim Festbankett zu diesen Feierlichkeiten konnten vier noch lebende Gründungsmitglieder geehrt werden. Eine Schauübung, ein bunter Unterhaltungsabend, Auftritte von Spiel- und Fanfarenzügen, zählten zu den weiteren besonderen Ereignissen bei diesem Jubiläumsfest. Bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr am 4. April 1986 in der Meißenheimer Sporthalle vollzog sich ein Kommandowechsel. Artur Schiff, der zwölf Jahre an der Spitze der Gesamtwehr Meißenheim / Kürzell stand, wurde im festlichen Rahmen verabschiedet. An seiner Stelle wurde Georg Fischer, langjähriger Kommandant der Meißenheimer Wehr, gewählt. Bei der Herbstübung im Jahr 1986 konnte die Kürzeller Wehr erstmals ihre neu erworbenen Sprechfunkgeräte zum Einsatz bringen, deren Anschaffung durch eine gönnerhafte Spende des Betriebsinhabers Karl Gallus ermöglicht wurde.
Seit dem Jahr 1987 bestehen gute freundschaftliche Bande zu den im hohen Norden gelegenen Feuerwehrkameraden von Schlesen (Schleswig-Holstein), mit denen seither durch regelmäßige Besuche und Gegenbesuche bis heute die Verbindung weiter aufrecht erhalten wird.
Mit der Übergabe eines Mannschaftswagens an die Kürzeller Abteilungswehr durch Bürgermeister Reith nach der gemeinsamen Frühjahrsübung am 9. April 1988 konnte die Schlagkraft der Wehr weiter verbessert werden. Der von der Gemeinde von der Polizeidirektion Göppingen erworbene ausgemusterte VW-Bus präsentierte sich nach neuem Anstrich und einigen Neuerungen im Innenbereich in gutem Zustand. Durch seine vielseitige Verwendung, sei es als Mannschafts-Transportwagen, beim Öleinsatz, zum Transport der Schmutzwasserpumpe oder auch bei der Jugendausbildung, ist er zu einem wertvollen Fahrzeug geworden. Nach bis dahin kaum ernsthaften Einsätzen in den letzten Jahren bedeutete der Großbrand beim landwirtschaftlichen Anwesen von Hermann und Klaus Heimburger am Abend des 4. September 1990 eine harte Bewährung für die Kürzeller Wehr. Verursacht durch Blitzschlag eines starken Gewitters kam es zu einem Großbrand, bei dem die Stallungen mit über 200 Schweinen und die Scheune in Flammen aufgingen. Weitere Ökonomiegebäude und vor allem das angrenzende Wohnhaus konnten dank der Unterstürzung der Meißenheimer Wehr und der kanadischen Flugplatzfeuerwehr gerettet werden.

Neue Tragkraftspritze TS 8

Im Juli 1992 hatte das längere Bemühen von Bürgermeister Kurt Reith Erfolg, als im Beisein einiger Vertreter des Badischen Gemeindeversicherungsverbandes die Übergabe einer Tragkraftspritze TS 8 an die Kürzeller Wehr erfolgte. Diese war vom BGV im Rahmen der aktiven Schadenverhütung gesponsert worden. Dies geschah auch unter dem dringenden Aspekt, dass die alte Spritze seit einiger Zeit nicht mehr funktionsfähig war.
Nach zwölfjähriger Amtszeit als Abteilungskommandant stellte sich Ferdinand Billian aus gesundheitlichen Gründen bei der Hauptversammlung im Januar 1993 nicht mehr zur Wiederwahl. In Anerkennung seiner langjährigen Verdienste wurde er zum Ehrenkommandanten ernannt. An seine Stelle trat der bisherige Jugendleiter Hansjörg Schläger.
Einen größeren Ernsteinsatz hatte die Wehr am späten Abend des 17. April 1994, als ein ausgebrochener Zimmerbrand im Wohnhaus Maurer in der Oberdorfstraße sich zu einem größeren Brand auszuweiten drohte. Zusammen mit der Meißenheimer Wehr konnte das Feuer nach zweistündigem Einsatz unter Kontrolle gebracht werden, doch der Sachschaden war nicht unerheblich.
Stolze Erfolge konnten gleich zwei Gruppen der Kürzeller Wehr im Oktober 1994 erringen, als sie bei den Leistungsübungen in Ichenheim beide das Leistungsabzeichen in Gold erfolgreich absolvierten. Neben den alljährlichen Frühjahrsübungen mit der Gesamtwehr und den Herbstübungen der Abteilungswehr zählt das Schnitzelessen am „Matschel“ am Himmelfahrtstag zu den alljährlichen Aktivitäten, bei denen sich die Wehrmänner beteiligen.

60 Jahre Feuerwehr Kürzell

Im Jahr 1995 feierte die Feuerwehr Kürzell ihr 60-jähriges Jubiläum. Als Höhepunkt der Jubiläumsfeier wurde das neu beschaffte Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 seiner Bestimmung in feierlichem Rahmen übergeben. Am 5. September 1996 kam es in den späten Abendstunden zu einem Großbrand eines Ökonomiegebäudes in der Oberdorfstraße. Es entstand ein Schaden von ca. 200.000 Mark; das Ökonomiegebäude wurde ein Raub der Flammen, Großvieh konnte gerettet werden und Schäden von Wohnhaus und Nachbargebäuden konnte abgewehrt werden.  
Ein weiterer großer Brand forderte die Feuerwehrmänner im Oktober 1998 bei einem Werkstattbrand in der Kürzeller Hauptstraße bei ehemals Böttler. Die Autowerkstatt incl. einiger PKW `s brannten vollständig aus. Es entstand ein Schaden von ca. 200 000 Mark.
Am 2. Weihnachtstag 1999 jagte der Orkan „Lothar“ durch die Ortenau. Die Feuerwehrmänner waren mit Aufräumarbeiten in der Gemeinde bis in die Nachtstunden stark eingebunden. Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2001 wurden Hansjörg Schläger als Kommandant und Lothar Heimburger als sein Stellvertreter im Amt bestätigt.
Ebenso bei dieser Jahreshauptversammlung erfolgte die Ehrung von Franz Bähr für 65 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit seit der Gründung der Feuerwehr Kürzell. Ebenfalls geehrt wurden für 50 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit Hans Wingert und Hermann Kürz.
Nach der Frühjahrsübung im April 2001 stand die Wahl des Gesamtwehrkommandanten an. Michael Heimburger löste Hansjörg Wohlschlegel ab. Im Mai 2002 erlangten zwei Gruppen der Feuerwehr Kürzell unter der Leitung von Gruppenführer Volker Heimburger in Wolfach das bronzene Abzeichen. Im November 2002 musste der in die Jahre gekommene VW – Mannschaftstransportwagen (MTW) ersetzt werden; ein gebrauchtes Fahrzeug der Marke VW–LT mit Hochdach wurde von der Firma Thoma bedarfsgerecht umgebaut und in den Dienst der Feuerwehr gestellt.  
Ab Januar 2003 blieben die Sirenen bei Feueralarm im Dorf stumm. Aufgrund stetig fortschreitender Technik erfolgt seither die Alarmierung der Feuerwehr über digitale Meldeempfänger; alarmiert wird durch die Leitstelle Ortenau in Offenburg. Außerdem wurde der generalüberholte Tragkraftspritzenanhänger in den Dienst gestellt, der mit dem neuen MTW eine taktische Einheit bildet. In diesem Jahr wurde die Feuerwehr zum ersten Mal zu einem Verkehrsunfall auf der B36 in Höhe der „Zigeunerlinde“ hinzugezogen. Dadurch erschloss sich ein neues Einsatzgebiet für die Feuerwehr Kürzell, auf das man reagieren musste. Außerdem wurde die Feuerwehr am 8. Dezember in die Älterstraße zu einem Küchenbrand gerufen; dort konnte durch schnelles Eingreifen größerer Schaden abgewendet werden.  

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Silbernes Leistungsabzeichen 2004

In der Jahreshauptversammlung im Januar 2004 wurde Ehrenkommandant Johann Maurer durch Bürgermeisterin Gerlinde Kleis, Gesamtkommandant Michael Heimburger und Abteilungskommandant Hansjörg Schläger für 50 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit geehrt. Im Mai 2004 erlangten zwei Gruppen der Feuerwehr Kürzell unter der Leitung von Gruppenführern Volker Heimburger und Fred Brandenburger in Offenburg-Griesheim das Silberne Abzeichen. Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Anlass zu Ehrungen von Feuerwehrkameraden, so auch in der Jahreshauptversammlung im Januar 2005, wo Eugen Böhm für 60 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit und Ehrenkommandant Ferdinand Billian für 50 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit geehrt wurden. Im Mai dieses Jahres erlangte auch wieder eine Gruppe unter der Leitung von Gruppenführer Fred Brandenburger in Sasbach das bronzene Abzeichen. Da sich ein Mangel an Nachwuchskräften in der Feuerwehr abzeichnete, wurde eine Infoveranstaltung für Jugendliche im Ort gemacht. Durch gezielte Information und Aufklärung über die Aufgaben einer Feuerwehr erhoffte man sich, das Interesse neuer künftiger Feuerwehrmitglieder zu wecken.

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Training zum bronzenen Leistungsabzeichen 2005

Kommandowechsel bei der Feuerwehr Kürzell

Ein Kommandowechsel erfolgte bei der Jahreshauptversammlung 2006, als Hansjörg Schläger nach 13-jähriger Tätigkeit als Abteilungskommandant sein Amt zur Verfügung stellte. Sein Nachfolger wurde sein langjähriger Stellvertreter Lothar Heimburger und als dessen neuer Stellvertreter wurde Fred Brandenburger ins Amt gewählt. Gesamtkommandant Michael Heimburger würdigte die langjährige Tätigkeit des scheidenden Kommandanten Hansjörg Schläger und ernannte ihn zum Ehrenabteilungskommandanten der Feuerwehr Kürzell. Von seinen Kameraden wurde ihm ein großer Hydrantenbrunnen als Abschiedsgeschenk übergeben. Ebenso stellten Hugo Wingert nach 25-jähriger Tätigkeit als Rechner und Hermann Kopf nach 20-Jähriger Tätigkeit als Schriftführer zur Verfügung. Die Nachfolge traten an, Dominik Meier als Rechner und Steffen Leuthner als Schriftführer. Im Mai 2006 errang wieder eine Gruppe aus Kürzell unter der Leitung von Fred Brandenburger in Kehl-Marlen das Silberne Abzeichen. Ein Verkehrsunfall forderte die Einsatzkräfte Ende Mai 2006, als am Abend an der Kreuzung Panzerstraße / Schutternstraße ein PKW mit einem Lieferwagen kollidierte. Dabei wurden 3 junge Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt.
Im September diesen Jahres ereignete sich im Matschelsee ein Tauchunfall, bei dem ein Taucher ums Leben kam. Die Feuerwehr Kürzell war unter den 200 Rettungskräften vor Ort mit Absuchen der Uferböschung und Ausleuchten der Einsatzstelle gefordert. Im Mai 2007 konnte durch eine großzügige Spende der Firma MEWA ein Überdruckbelüfter im Wert von 2.500,-- Euro in Betrieb genommen werden. Am Abend des 03. September 2007 ereignete sich auf der B36 auf Kürzeller Gemarkung ein tödlicher Verkehrsunfall, zu dem die Kameraden aus Neuried und Kürzell gerufen wurden.
Eine neue Tragkraftspritze wurde im September 2008 vom Badischen Gemeindeversicherungsverband gespendet und an Gesamtkommandant Michael Heimburger, Abteilungskommandant Lothar Heimburger und Bürgermeisterin Gelinde Kleis übergeben. Dies war der Erfolg der langen Bemühungen der Gemeindeverwaltung. Sie diente als Ersatz für eine alte nicht mehr TÜV-fähige Tragkraftspritze.
Im Mai 2009 erreichten zwei Gruppen unter der Leitung von Gruppenführer Volker Heimburger in Zunsweier das Goldene Leistungsabzeichen. Im Oktober 2009 kam es zu einem Gebäudebrand in Meißenheim in der Blumenstrasse, wo die Kürzeller Feuerwehr die Meißenheimer Kameraden unterstützte.

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Die "Gold-Gruppe" 2009 mit Kreisbrandmeister Reinhard Kirr (rechts)
und Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Berthold Maier

75 Jahre Feuerwehr Kürzell

Vom 16. bis 19. Juli 2010 feierte die Abteilung Kürzell ihr 75 jähriges Jubiläum. Das Fest wurde zusammen mit dem Musikverein Kürzell gefeiert, der auf 100 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken konnte. Man startete am Freitagabend mit einem Festbankett im Festzelt, mit anschließendem großen Zapfenstreich, der von Kommandant Lothar Heimburger geführt wurde. Am Samstag waren die „Wilden Engel“  zu Gast in Kürzell und sorgten für Stimmung. Sonntag ging es weiter mit einem Festgottesdienst; im Anschluss war Frühschoppen mit Musik, am Nachmittag großer Festumzug durchs Dorf mit knapp 30 Gruppen von Feuerwehren und Musikvereinen. Am Montag klang das Fest mit dem Handwerker-Vesper und der Verlosung der Tombola aus.
In der Jahreshauptversammlung im Januar 2011 im Gasthaus Linde standen die Wahlen zum Abteilungskommandanten an. Lothar Heimburger, der sich nicht mehr zur Wahl stellte, wurde von seinem bisherigen Stellvertreter Fred Brandenburger als neuer Abteilungskommandant abgelöst. Der neue Stellvertreter wurde Thorsten Schläger. Klaus Py wurde für 25-jährige Tätigkeit als Gerätewart verabschiedet und Marco Leuthner als sein Nachfolger ernannt.
Am 02. April 2011 war in Meißenheim die jährliche Frühjahrsübung der Feuerwehr mit beiden Abteilungen. Im Anschluss war die alle fünf Jahre stattfindende Generalversammlung der Feuerwehr Meißenheim mit Kommandantenwahlen. Michael Heimburger, der sich nicht mehr zur Wahl stellte, wurde von Fred Brandenburger, der gleichzeitig Abteilungskommandant von Kürzell ist, abgelöst. Sein Stellvertreter wurde Alexander Krämer aus Meißenheim. Fred Brandenburger ist der erste Gesamtwehrkommandant aus dem Ortsteil Kürzell seit der Zusammenführung der beiden Wehren im Jahr 1975.

Diese Chronik entstand nach den Aufzeichnungen
des Dorfchronisten Günter Killius