Aus der Geschichte der Gemeinde Meißenheim



Im Jahre 1267 wurde Meißenheim erstmals urkundlich erwähnt. Zunächst gehörte der Ort als Lehen des Bistums Straßburg den Herren von Geroldseck, um dann im 14. Jahrhundert an die Herren von Hattstadt überzugehen. 1464 kaufte der straßburger Bürger Bernhard Wurmser das Dorf. Es blieb bis 1805 im Besitz seiner Familie und kam dann im Rahmen der Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses an das Großherzogtum Baden.
Meißenheim gehörte früher zum Landkreis Lahr, mit dem es 1973 im neuen Ortenaukreis aufging. Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Kürzell nach Meißenheim eingemeindet.

Geschichte Ortsteil Meißenheim:


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Die ersten Spuren menschlicher Siedlung gehen in Meißenheim bis in die Jungsteinzeit vor rund 5000 Jahren zurück. Neolithische Funde wie Steinbeile, Tonscherben, Pfeilspitzen und Feuersteine im Gewann Hub oder Höfel lassen auf die Bandkeramiker als erste Bauern von Meißenheim schließen. Das sogenannte "Heidengrab" steht synonym für die Epochen der Hallstatt- und Latene-Zeit. Von großer Bedeutung für die Geschichte steht ein Bronzeschwertfund, welcher vermutlich aus einem Einzelgrab der Hügelgräberbronzezeit vor 1600- 1200 v. Chr. stammt.

In den letzten Jahren bestätigten sich aufgrund zahlreicher Funde von Fritz Heimburger und Thomas Frenk die Anwesenheit der Römer auf Gemarkung Kürzell. Dabei kamen eine Gemme mit dem Motiv eines springenden Löwen sowie zahlreiche Leistenziegelfunde zum Vorschein.

Als weitere Vorfahren können die Alemannen und Franken (Merowinger) genannt werden, deren Reihengräber im Gebiet Oberried bei Bauarbeiten zum Vorschein kamen.

Der Ortsname Meißenheim wird als Heim des Remigius Remigius = der Ruderer; Bischof von Reims gedeutet.

Bis zur Reformation wird Sankt Remigius, Patron der Kirchen zu Missenheim, als Kirchenheiliger verehrt. Im Jahr 1267 n.Chr. wird das Dorf Meißenheim, zwischen Schwarzwald und Vogesen in nächster Nähe des Rheins gelegen, im Schenkungsbrief Walter I. von Geroldseck erstmals urkundlich erwähnt. Zuerst im Besitz der Geroldsecker, ging es um die Mitte des 14. Jahrhunderts durch die Heirat Elsas von Geroldseck an die Herren von Hattstatt über und wurde am 25. Mai 1464 von Bernhard Wurmser zu Straßburg gekauft.

Meißenheim, das mehr als 340 Jahre unter der Herrschaft des Adels der » Wurmser zu Vendenheim « stand, wechselte im Jahr 1805 in den Besitz Badens über. Zu diesem Zeitpunkt zählte das Dorf etwa 650 Einwohner.Leider wurde das bäuerlich geprägte Dorf auch immer wieder von kriegerischen Auseinandersetzungen, Not und Elend schwer heimgesucht. Vor allem der 30-jährige Krieg führte zu unvorstellbaren Verlusten. Unter den Plünderungen, Zerstörungen und Seuchen hatte die ganze Bevölkerung furchtbar zu leiden. Katastrophale Schäden in der Landwirtschaft verursachten auch die zahlreichen Hochwasser des damals noch wilden, ungeregelten Stromlauf des Rheins. Erst mit der Rheinkorrektur im Jahr 1876 konnte dem ständigen Kampf gegen das Hochwasser ein Ende gesetzt werden. Zur wichtigsten Einnahmequelle wurde der Tabakanbau.

Einen jähen Einschnitt in die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung brachten die beiden Weltkriege.

Nach dem völligen Zusammenbruch ging man mit großem Tatendrang an den Wiederaufbau. 1952 wurde das Rathaus neu errichtet, das alte Schulgebäde wurde modernisiert, außerdem begann man mit dem Bau einer Turn- und Festhalle. Der wirtschaftliche Aufschwung in der Gemeinde war unverkennbar. Zahlreiche, bis heute sehr gut erhaltene Fachwerkhäuser, ein typisches Merkmal der Riedlandschaft, tragen zu einem schönen, ausgeglichenen Dorfbild bei.

Eine besondere Sehenswürdigkeit Meißenheims stellt die im Jahr 1766 unter Aufsicht des Baumeisters Joseph Michael Schnöller fertiggestellte Evangelische Barockkirche mit dem dazugehörigen Pfarrhaus dar. Zu den Schmuckstücken in der Kirche zählen die aus Stuckmarmor gefasste Kanzel und Altar sowie die weitbekannte Johann Andreas Silbermann-Orgel, auf welcher immer wieder Konzerte berühmter Komponisten gegeben werden. Unmittelbar an der nordöstlichen Kirchenwand befindet sich das weitbekannte Friederike-Brion-Grab, der Jugendliebe Goethes.

An Freizeitmöglichkeiten weist die Gemeinde ein breitgefächertes Angebot auf. Zahlreiche Vereine bieten jedem Interessierten die Möglichkeit, sich kulturell oder sportlich zu betätigen. Ein modernes Sportzentrum mit Sporthalle, Reithalle mit Rennbahn und großzügigem Reitgelände, Tennisanlage und Fußballplatz bieten für jeden Geschmack etwas.

Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist die Gemeinde als Reitsportzentrum, belegt durch die zahlreichen pferdesportlichen Großveranstaltungen in den vergangenen Jahren, unter anderem mit der Europameisterschaft der Vierspänner im Jahr 1997. Auf die Auszeichnung "Pferdefreundliche Gemeinde" wie auch die zahlreichen Erfolge auf Landes- und Bundesebene im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" ist man deshalb in der Gemeinde zu Recht stolz.

Geschichte Ortsteil Kürzell:


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Gegründet wurde das Dorf vermutlich um 900 n.Chr. Die älteste Urkunde, in der von Kürzell die Rede ist und deren Echtheit bewiesen ist, stammt aus dem Jahr 1136. Interessant sind die verschiedenen Schreibweisen des Namens Kürzell, die im Laufe der Jahrhunderte verwendet wurden: Kyrtzell, Kürtzel, Kertzel, Kürtzlen, Kirchzell, Kirczell, Kircelle, Kirchcelle.

Aus den verschiedenen Urkunden geht hervor, dass ursprünglich Mönche des Klosters Schuttern eine Kirche mit einer Zelle errichteten. Dadurch, dass sich dann später auch andere Bewohner ansiedelten, entstand das Dorf.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass einst drei Dörfer im Halbkreis um Kürzell lagen. So war die über 400 Jahre alte »Zigeunerlinde« im südwestlichen Gemarkungsbereich an der heutigen B 36 einst der Mittelpunkt des Dorfes »Meroldsweiler«. Alle drei Dörfer verschwanden jedoch um 1600 wieder.

Die Chronik berichtet, dass im Jahr 1338 riesige Heuschreckenschwärme in die Ortenau einfielen und alles kahl fraßen. Nur zehn Jahre später verwüstete ein schweres Erdbeben den Oberrheingraben. Wie die ganze südliche Ortenau, so stand auch Kürzell anfangs unter der Herrschaft des Hauses Geroldseck. Später kam Kürzell in die Besitzungen des Grafen von Nassau.

Aufgrund zahlreicher sozialer Missstände und Unterdrückung des armen Volkes durch die Obrigkeit kam es 1525 zu einem großen Bauernaufstand. Nach nur kurzer Phase der Beruhigung folgte eine mehr als 200jährige Periode von Kriegsleiden und Wellen der Vernichtung, die aus der Ortenau schier eine Wüste machten. Hungersnöte, Seuchen und Gewalt rafften die Bevölkerung dahin. So zählte Kürzell im Jahr 1627 gerade noch 50 Einwohner.

Unermesslich war auch der materielle Schaden. Bei Kriegsende besaß Kürzell noch ein einziges Pferd, wodurch ein Bewirtschaften der Felder fast unmöglich war. Kaum waren die ärgsten Kriegswunden verheilt, kamen erneut schlimme Jahre. Die Geldknappheit wurde immer größer und die Landwirtschaft hatte durch überschwemmungen von Rhein und Unditz erhebliche Einbußen. Ungeahnte Ausmaße erreichten Not und Hunger im Jahr 1848.

Zwangsverkäufe von Grundstücken zu Schleuderpreisen waren keine Seltenheit. So wurde in Kürzell der »Pelzacker«, immerhin eine Fläche von 45 ar, um einen Pelz verkauft, andere Grundstücke wechselten für einen Laib Brot den Besitzer. Nur ganz allmählich stellte sich Wohlstand ein, was vor allem durch den Bau der Schule 1876 und des Rathauses im Jahr 1901 deutlich wurde.

Auch die Einwohnerzahl stieg kräftig an. Mit Fortschreiten der Industrialisierung gab es auch Veränderungen in der sozialen Struktur. Dennoch blieb Kürzell, wie von je her und bis zum heutigen Tag, ein Dorf mit überwiegend bäuerlichem Gepräge.

Von alters her stand im Ried die Pferdezucht hoch in Blüte. Vor allem Kürzell wurde durch die Hengststation mit ihren prachtvollen Zuchtpferden im weiten Umkreis bekannt. In Kürzell befindet sich auch die älteste urkundlich im Ried nachgewiesene Schmiede, die erstmals 1363 erwähnt wird.

Nach dem Krieg wurde die Entwicklung Kürzells durch den Bau des Militärflugplatzes und den Bau der Autobahn A 5 stark beeinträchtigt. Dennoch wurde 1962 die evangelische Kirche erbaut, 1968 schloss sich der Neubau der Grund- und Hauptschule und 1974 der Neubau der Mehrzweckhalle und später des katholischen Kindergartens an.

Attraktive Neubaugebiete wurden geschaffen und eine rege Bautätigkeit setzte ein. Bei der Bevölkerung ist eine starke Ortsverbundenheit spürbar und durch die vielen Vereine ist ein ausgeprägtes Gemeinschaftsleben gegeben.

Weitere Infos zu unserer Gemeinde: http://www.meissenheim.de


Quelle: www.meissenheim.de
Bilder: www.meissenheim.de / www.schroeder-alexander.de