Eine Karte die Leben rettet - die Rettungskarte für Ihr Fahrzeug



Nach einem Autounfall zählt jede Sekunde: Um den Rettungskräften ihre Arbeit bei der Befreiung der Verunglückten zu erleichtern, plädiert die Polizeidirektion Offenburg für die Rettungskarte, die hinter den Sonnenschutz auf der Fahrerseite geklemmt werden soll. Das Faltblatt beinhaltet die technischen Daten des Fahrzeugtyps und ist beim Autohändler oder im Internet erhältlich.
Der jüngste Unfall in der Ortenau, bei dem ein Mensch ums Leben kam, liegt erst kurze Zeit zurück: Am Mittwoch prallte ein Pkw-Fahrer auf den 24 Tonnen schweren, dreiachsigen Maisanhänger eines Traktors. Der Autofahrer verstarb im Krankenhaus. Vielleicht hätte sein Leben gerettet werden können, wenn die Neurieder Feuerwehr den Schwerverletzten rascher aus den Trümmern seines Fahrzeugs hätten befreien können. Aufgrund der verbesserten passiven Sicherheitssysteme haben die Rettungskräfte vermehrt Probleme, an die Unfallopfer heranzukommen.

"Früher war das eine Frage von 20 Minuten", schätzt Berthold Maier. Der Kommandant der Feuerwehr Offenburg verweist darauf, dass mittlerweile viele technische Details in den Querstangen zwischen Dach und Außentüren untergebracht werden: Daher könnten seine Kollegen nicht einfach mehr hingehen und die Werkzeuge an den Holmen ansetzen, um das Dach wegzuschneiden. Ob Gurtstraffsystem oder Kopfairbag: "Wir kommen da gar nicht mehr ohne weiteres durch", so die Erfahrung des Feuerwehrmanns. Mitunter bestehe gar Explosionsgefahr. Daher müssten sich seine Leute vor dem Eingriff ein möglichst genaues Bild von der technischen Ausstattung des Fahrzeugs machen können. Dazu dient die Rettungskarte: Auf ihr ist aufgeführt, wo sich Gasgenerator, Kraftstofftank, Batterie, Karosserieverstärkung oder Gasdruckdämpfer befinden. Die Karten gibt es beim Fahrzeughändler, können aber auch übers Internet unter http://www.rettungskarte.de ausgedruckt werden. Wer gar nicht weiter weiß, kann sich an die Polizeidirektion Offenburg wenden: "Wir helfen weiter", versichert Markus Braun, der mit seinem Kollegen Alois Niecholat für die Prävention zuständig ist. Ein Unfall könne mit der Karte natürlich nicht verhindert werden. Aber ebenso wie Helm oder Gurte könne das Dokument drastische Unfallfolgen eindämmen: "Leider weiß bislang kaum jemand, dass es eine solche Karte gibt", bedauert Niecholat, der sich dafür eingesetzt hat, dass die hiesige Polizeibehörde entsprechende Öffentlichkeitsarbeit für das möglicherweise lebensrettende Dokument betreibt. Mit im Boot sitzt das Landratsamt als zuständige Behörde für die Feuerwehren im Kreis. "Je neuer die Fahrzeuge sind, desto länger dauert das Herausschneiden", weiß auch Michael Loritz. Der Dezernent für Sicherheit und Ordnung des Ortenaukreises wirbt ebenso wie Polizeichef Reinhard Renter und Maier für die Rettungskarte, auf die mit einem kleinen Aufkleber an der Fahrzeugscheibe hingewiesen werden soll. Zunächst werden alle Dienstfahrzeuge mit dem Dokument ausgestattet, ebenso die Autos der Mitarbeiter des Landratsamtes.
Wie statistische Erhebungen des ADAC belegen, beträgt die Spanne bei Fahrzeugen der Baujahre 1990 bis 1992 bei 20 Prozent der Unfälle mehr als 60 Minuten zwischen Unfall und Abtransport der Verletzten. Bei Fahrzeugen der Baujahre 2005 bis 2007 wird dieser Wert von mehr als einer Stunde schon bei über 40 Prozent der Unfälle erreicht.
Quelle: www.badische-zeitung.de (16. September 2011)

Drucken Sie die Rettungskarte Ihres Fahrzeugs jetzt auf der Homepage des ADAC aus:

http://www.rettungskarte.de

WICHTIG: Der ADAC hat die Fahrer-Sonnenblende als einheitlichen Ort für die Rettungskarte national und auch international dokumentiert. Es kann zu Irritationen bei den Rettern kommen, wenn die Rettungskarten an verschiedenen Plätzen im Auto deponiert werden. Deshalb die Rettungskarte immer nur hinter der Fahrer-Sonnenblende anbringen.